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Quetzalcoatl 7 – Das Geheimnis der Malinche

Quetzalcoatl 7 – Das Geheimnis der Malinche

Beitragvon breedstorm » Sa 10. Dez 2011, 10:29

Quetzalcoatl 7 – Das Geheimnis der Malinche

Die Serie Quetzalcoatl erschien von 1997 bis 2009 bei Kult Editionen (Band 1-6), und wurde von
Finix Comics (Band 7) beendet. Autor und Zeichner in Personalunion ist Jean-Yves Mitton, der durch die beiden historischen Serien 'Vae Victis!' und 'Chronik der Barbaren' in Deutschland bekannt wurde. Wie üblich mischt er dabei Abenteuer, Geschichte und Erotik.

Rückblick:
Pater Enrico Seguro geht in Mexiko mit seinem Schreiber von Bord, um der Indio-Schönheit 'Zwei Maisblüten' die Beichte abzunehmen, da sie hingerichtet werden soll. Auf dem Weg von Bord zum Kerker gibt Jean-Yves Mitton sogleich Einblicke in die spanische Kolonie im Jahre 1525. Villa Rica de Vera Cruz ist eine dreckige Hafenstadt, voller Laster. Die Spanier unterdrücken die Indios massiv, und beuten das Land aus. Als der Pater die zum Tode verurteilte Frau erreicht, ist er entsetzt, den auch der Klerus behandelt die Gefangene wie Vieh.
Nachdem er Zwei Maisblüten aufgepäppelt hat, erzählt sie dem Pater aus ihrem Leben bei den Azteken. Sie wuchs zufrieden auf, bis am Tage ihrer Hochzeit ein anderer Stamm einfiel, und kurzerhand die meisten Männer tötete, und die Frauen entführte.
Zwei Maisblüten wird zusammen mit den anderen 40.000 Gefangenen nach Tenochtitlan, der Hauptstadt der Azteken, gebracht. Dort soll sie entweder in den Bordellen der Stadt ihr Leben fristen, oder auf der großen Pyramide geopfert werden. Zwei Maisblüten entschließt sich jedoch zu leben, und somit für das Leben als Kurtisane. Sie heuchelt Lust vor, wenn der Hauptmann der Angreifer über sie herfällt, und wird so besonders vom ihm geschützt. Als der Zug der gefangenen, den nicht alle überlebt haben, ankommt, soll sie als Gespielin für den Bruder Moctezumas Bruder da sein. Doch sie setzt sich zur Wehr und flieht. Doch Sympathien oder Hilfe von der Bevölkerung gibt es für die geflohene Sklavin nicht, und so wird sie wie Tausende andere ihres Volkes zu großen Pyramide gebracht, wo man ihr das Herz herausschneiden will.
Wie durch ein Wunder kann Zwei Maisblüten entkommen. Es gelingt ihr, sich mit anderen Sklavinnen in das Haus eines einflußreichen Mannes einzuschleichen, doch schnell wird sie als Geflohene enttarnt. Doch der Hausherr nimmt sie bei sich auf, doch der Mann hat ein schreckliches Geheimnis. Mit seiner Hilfe jedoch kann Zwei Maisblüten bis zu Moctezuma vordringen, an dem sie sich wegen des Völkermords an ihrem Stamm rechen will. Sie erkennt jedoch, daß Moctezuma kein schlechter Mensch ist, sondern nur äußerst abergläubisch. Der Herrscher tut alles, um die Rache des Gottes Quetzalcoatls zu verhindern, dessen Wiederkehr vorhergesagt wurde. Als jedoch ihre Schwester zum Opfer der Angst des Herrschers wird, sieht Zwei Maisblüten keinen Ausweg mehr, und greift Moctezuma an. In diesem Moment, der eigentlich ihr Todesurteil bedeutet, meldet auch der Bruder Moctezumas seinen Herrscheranspruch an, und belagert den Palast. Die schöne Mixtekin nutzt die Gunst der Stunde, flieht und macht sich auf, Quetzalcoatl zu suchen, der Gott, der die verhaßten Azteken vernichten soll.
Mit mehr Glück als Verstand kann die schöne Mixtekin durch die Wüste und Gebirge ihren Weg nach Vera Cruz entkommen. Doch die Stadt ist wie ein anderer Planet für sie. So glaubt sie z.B., die Reiter seien Zentauren, und hält eine Kneipe für den Tempel Quetzalcoatls. Erneut wird ihr ihre Schönheit zum Verhängnis, und sie landet als Prostituierte in einem Bordell. Die goldene Maske, die sie Quetzalcoatl zum Geschenk machen wollte, wird ihr gestohlen. Doch auf wundersame Weise kann sie doch zu Cortez, Oberfehlshaber der spanischen Armee in Mexiko, vordringen.
Zwei Maisblüten kann ihn überzeugen, daß sie die Richtige ist, um ihn zu Moctezuma zu führen. Sie ködert ihn mit dessen angeblichen Schätzen, und natürlich auch mit ihrer Weiblichkeit. Doch der logistische Aufwand, um die Truppen in die Hauptstadt der Azteken zu führen, ist immens. Mehrfach stehen die Armee vor einer Meuterei, die Cortez aber stets mit brutaler Gewalt niederschlägt. Nach langer und entbehrungsreicher Reise erreicht der Tross sein Ziel. Doch der erste Angriff des Kriegsherren, der sich gern mit Cäsar und Alexander dem Großen vergleicht, schlägt fehl.

Handlung
Cortez zieht sich mit seinen Truppen in eine benachbarte Stadt zurück, wird aber bald von Moctezuma eingeladen, der ihn, geschützt von der aztekischen Tradition der Gastfreundschaft, kennenlernen will.
Und so begeben sich Cortez und Zwei Maisblüten mit einigen Soldaten in die Hauptstadt der Azteken. Die Gäste sind fasziniert von der indianischen Hochkultur, aber auch schockiert von der Grausamkeit der Menschenopfer. Doch der Besuch endet im Streit – Moctezuma hat Zwei Maisblüten erkannt, und fordert die Malinche zurück!

Fazit:
Eine für Mitton typische Serie. Klasse Zeichnungen, vorallem die Architektur und die farbenfrohe Bekleidung sind äußerst gut recherchiert und ausgeführt. Das Element der Beichte nutzt Mitton, um den Leser an der Geschichte von Zwei Maisblüten teilhaben zu lassen, und die Reaktion der Kirchenmänner dazu darzustellen. Auch andere typische Elemente wie die geschundene, mißbrauchte Heldin (wie bei Vae Victis!), die geisteskranken, kichernden Figuren, Entmannungsszenen und der Schreiberling (Chronik der Barbaren) sind vorhanden. Ein weiteres Merkmal der Serie ist auch die explizite Gewaltdarstellung, weswegen sich der Band keinesfalls für Kinder eignet. Hier werden Morde, Menschenopfer und Vergewaltigungen nicht nur angedeutet, sind aber stets Mittel zum Zweck: dem Erzählen einer spannenden Geschichte. Zum Finale hin kann sich Mitton nochmal steigern und zeigt deutlich die kulturellen Unterschiede auf. Doch wer sind hier die Wilden, wer die Zivilisierten? Entscheidet selbst.
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