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Die Zeit und Gott

Die Zeit und Gott

Beitragvon Jameson » Fr 20. Aug 2010, 11:48

Aike Arndt widmet sich in seinem Comic einem Teil der Schöpfungsgeschichte und erzählt, warum Gott die Zeit erschaffen hat. Dabei sind seine Gründe nicht tiefenphilosophisch, sondern rein vordergründiger Natur. Er möchte seine Geranien wachsen lassen und nicht mehr so lange auf den ICE nach Hamburg warten. Außerdem nervt ihn Rolf, der erste Mensch, den er erschaffen hat. Ja, die Bibel muss neu geschrieben werden. Nicht Adam heißt der erste Mensch, den Gott erschaffen hat, sondern Rolf, einen Besserwisser. Mit der Zeit erfindet Gott beiläufig den Tod und die Langeweile. Außerdem verpasst er infolge frommer Trödelei immer wieder seinen ICE.
Dieses Beispiel aus Die Zeit und Gott beschreibt nur ansatzweise und eigentlich unzureichend den herrlich absurden Humor aus dem vorliegenden Comic, Die Zeit und Gott. Neben der Erschaffung der Zeit treten besonders die Passagen hervor, in denen sich Gott mit seinem Kumpel, dem Mond, unterhält. Sie wundern sich schon mal, warum die Sonne so gar nicht aufgehen mag oder denken über den Zusammenhang zwischen Schuhe und Seelenheil nach.
Nebenbei erklärt Arndt den oft zitierten „Deus ex Machina“ mit einem dicken Augenzwinkern. Interessant ist auch der Ansatz, dass es mehrere Götter gibt, die die Herrschaft über Raum und Zeit beim Rundlauf ausspielen. Hier merkt man als Leser leicht, dass Arndt selbst mal Tischtennis gespielt hat. Wunderbar gelungen ist auch die Passage, in der er erklärt, warum er sich selbst als langhaarig darstellt. Dies liegt daran, dass er früher gerne Death Metal gehört hat. Genau das erklärt Die Zeit und Gott treffend. Komplexe, philosophische Probleme werden auf ein humoristisches Mindestmaß reduziert.
Der Zeichenstil ist dieser Kernaussage angepasst und betont sie.
Jeder, der sich schon einmal mit abstrakten Größen wie Gott, Zeit oder Seelenheil auseinandergesetzt hat, wird Spaß an diesem Comic haben. Dies liegt einerseits an dem Humor selbst, andererseits an der entwaffnenden Erkenntnis, wie simpel solche „Naturgewalten“ betrachtet werden können.
Die Zeit und Gott ist wie ein guter Death Metal Song. Er macht Spaß, fetzt ordentlich rein und man spürt die Double Base am ganzen Körper.
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Re: Die Zeit und Gott

Beitragvon ekki » Sa 28. Aug 2010, 10:12

http://www.comicforum.de/showthread.php ... ost2959006

[QUOTE=Mervyn;2956962]Hier wirds dann sogar tiefenphilosophisch:
"Kpomplee, philosophische Probleme"
> was will uns Jameson damit sagen???[/QUOTE]
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