Feed

Martha Washington

Martha Washington

Beitragvon Jameson » Mo 17. Mai 2010, 15:08

Martha Washington ist ein von frank Miller und Dave Gibbons erdachter Charakter, der zu Anfang des 21. Jahrhunderts viele skurrile Abenteuer erlebt.
Bild
Bild
Benutzeravatar
Jameson
Messe-Gunter
Messe-Gunter
 
Beiträge: 846
Registriert: Do 12. Nov 2009, 17:10
Wohnort: Birstein

Martha Washington # 1

Beitragvon Jameson » Mo 17. Mai 2010, 15:09

Martha Washington # 1

Heim & Garten

Martha Washington wird im Green, einem Ghetto geboren. Dank eines Tricks kann sie aus dem Green und einer Nervenklinik entkommen. Sie schließt sich dem PAX, einer Spezialarmee, an. Dort wird sie zum Schutz des Regenwaldes eingesetzt und kann sogar seinen Bestand retten.

Freizeit & Vergnügen

Nissen, der Präsident der USA und Nachfolger des bei einem Attentat offenbar getöteten Rexall, setzt sich mit ganzer Kraft für eine bessere Politik der USA ein. Nach dem erfolgreichen Einsatz des PAX im Regenwald heimst Moretti die Lorbeeren und eine Beförderung ein. Immerhin gelingt es Nissen, das Green aufzulösen. Doch Nissen muss sich gegen enormen Widerstand zur Wehr setzen. Eine der Gruppen ist die arische Achse, die ihn beseitigen will. Unter diesem Druck wird Nissen allmählich zu einem hilflosen Alkoholiker und Moretti zieht mehr und mehr die Fäden im Hintergrund. Nachdem Martha Washington einen Terroranschlag verhindern konnte, wird sie zu einer Notlandung auf dem Gebiet der Apachen gezwungen. So gerät sie in Gefangenschaft der Apachen.

Gesundheit & Wohlergehen

Martha Washington kann den Apachen entkommen, bevor der Stamm mit einem Schuss aus einer Laserkanone nahezu völlig ausgerottet wird. Nur der Häuptling, der Marthas Flucht bemerkte, kann sich ebenfalls in Sicherheit bringen. Martha Washington gilt als tot, aber sie ist nun gefangene des Gesundheitsministeriums, in dem man versucht, ihr das Gedächtnis zu rauben. Als Nissen immer unkontrollierter agiert und schließlich ermordet wird, ruft Moretti das Kriegsrecht aus und wird so quasi zum Präsidenten. Derweil zerbrechen die USA in mehr oder wenige autonome Teilrepubliken und Martha Washington erlangt ihr Gedächtnis zurück.

Tod & Steuern

Moretti ist nach wie vor von der Jagd auf Martha Washington besessen. Martha weiß das. Sie will Rexall, dessen Hirn nach wie vor lebt, retten und lockt Moretti in den Regenwald. Dort kommt es zum Showdown.

Mit dem vorliegenden Band, der die ersten vier Stories um Martha Washington umfasst, hat Star-Autor Frank Miller eine skurrile Welt erschaffen. Präsident Rexall hat durch Änderung der Verfassung seine Amtszeit verlängert und kommt durch ein Attentat scheinbar um. Fast schon zufällig überlebt der ungeliebte Landwirtschaftsminister als einziges Mitglied der Regierung und wird so zum Präsidenten. Seine ersten Maßnahmen, die bezwecken, dass die USA nicht mehr als Kriegstreiber agieren, greifen. Doch als er mit besten Absichten den Apachen eine Raffinerie überlässt, trifft er seine erste Fehlentscheidung, denn die Raffinerie ist kontaminiert und tötet die Indianer langsam und grausam.
Martha Washington ist ein sorgsam erdachter Charakter. Als Farbige wächst sie in einem Ghetto auf, das zynischerweise „Green“ genannt wird. Im Laufe der Handlung rückt der Präsident mehr und mehr in den Vordergrund. Dabei dreht sich seine Abwärtsspirale immer schneller. Schließlich ist er dem Druck nicht mehr gewachsen, bringt sich um und wird von seinem eigenen Kabinett ermordet. Die Darstellung seines Mordes ist an Julius Caesar, der ebenso vom Senat hinterrücks erstochen wurde, angelehnt, was eine geniale Idee Millers ist. Miller bedient sich aber nicht nur in der Geschichte, sondern auch an Werken wie 1984, Brave New World oder auch den Watchmen. Doch natürlich kupfert er nicht nur ab, sondern ergänzt seinen Plot mit eigenen skurrilen Ideen und Ansätzen wie dem Duell zwischen dem machtbesessenen Karrieristen Moretti und der Idealistin Martha Washington.
Unterstützt wird Frank Miller von Dave Gibbons, der auch hier eine ähnlich großartige Form nachweist wie bei den Watchmen.
Martha Washington ist eine großartige Story, die jedem Comicleser gefallen wird, der auf der Suche nach skurrilen Plots ist. Frank Miller Fans werden ohnehin begeistert sein.
Bild
Bild
Benutzeravatar
Jameson
Messe-Gunter
Messe-Gunter
 
Beiträge: 846
Registriert: Do 12. Nov 2009, 17:10
Wohnort: Birstein

Re: Martha Washington

Beitragvon ekki » Mo 17. Mai 2010, 17:32

Üwe Doppelname ist ein von Gerhard K. und Ekkehard H. erdachter verschrobener Charakter, der zu Anfang des 21. Jahrhunderts viele haarsträubende Abenteuer erlebt. Seine Erlebnisse in Comicshops sind legendär :lol:
Benutzeravatar
ekki
fortgeschrittenes CC-Mitglied
 
Beiträge: 162
Bilder: 0
Registriert: Mo 30. Nov 2009, 19:15
Wohnort: Frankfurt

Re: Martha Washington

Beitragvon Jameson » Mi 19. Mai 2010, 09:51

Solange sich die Haare noch sträuben ;-)
Bild
Bild
Benutzeravatar
Jameson
Messe-Gunter
Messe-Gunter
 
Beiträge: 846
Registriert: Do 12. Nov 2009, 17:10
Wohnort: Birstein

Martha Washington # 2

Beitragvon Jameson » Mo 6. Sep 2010, 14:42

Martha Washington # 2 – Martha Washington zieht in den Krieg

Martha Washington befindet sich auf einer Sondermission während des 2. Amerikanischen Bürgerkrieges in New York. Pax hat die Produktion und den Verkauf von rotem Fleisch verboten. Dennoch gehen sie und ihre Soldaten zu Fat Boy Burger.
In Philadelphia spürt sie Captain Kurtz auf. Da die Formel für das Supersoldatenserum und alle Vorräte vernichtet wurden, soll sie ihm Blut abzapfen, um neue Supersoldaten züchten zu können.
Pax will Texas zurückerobern. Bei einem Einsatz in Texas erfährt Martha erstmals von den sogenannten Geistern, bei denen es sich um unsichtbare Soldaten handeln soll. Während des Einsatzes wird sie lebensgefährlich verletzt. Als sie schon fast tot ist, gibt ihr die Erinnerung an ihre Mutter und an Wasserstein wieder neue kraft.
Sie will den Gerüchten über die Geister nachgehen und begibt sich zu Harmony, einem Satelliten, der Pax als Hauptquartier dient. Dort lernt sie den Chefingenieur kennen, der verzweifelt gegen eine Serie von Pannen ankämpft, als die Geister in Harmony eindringen. Sie verfolgt die Geister in die verbotene, radioaktive Zone. Nach einem Kampf ist sie bewusstlos und erwacht zu ihrem Erstaunen in einer Art Paradies. So lernt Martha Washington die Wahrheit über den Präsidenten, den Krieg und die als vermisst geltenden Wissenschaftler kennen. Sie schwört Pax ab und läuft zur Gegenseite über.

Frank Miller erläutert den Unsinn des Krieges anhand von drei Episoden, die den skurril ironischen Ton des ersten Runs wunderbar aufnehmen und eben aufgrund ihrer Kürze noch verfeinern. Diese Kurzgeschichten waren ursprünglich für eine schwarz-weiße Darstellung konzipiert und erst nachträglich koloriert. Aufgrund von Umstellungen der Skripte konnten die Stories nicht chronologisch veröffentlicht werden. Für den vorliegenden Band wurden sie aber chronologisch geordnet.
Captain Kurtz ist natürlich eine Hommage an Captain America und Jack Kirby, den sowohl Miller, als auch Gibbons verehrt haben. Der Schluss der Story ist daher auch so zu verstehen, dass man sich als Künstler nun nicht mehr bei Kirby bedienen, sondern ihn in Frieden ruhen lassen soll.
In dem Fünfteiler, der die Serie und den Charakter Martha Washington schließlich völlig neu ausrichtet, stirbt Martha Washington einmal mehr beinahe. Gleichzeitig taucht mit dem Gesundheitsminister der große Gegenspieler des ersten Storybogens wieder auf. Miller hat ihn interessanterweise so ausgerichtet, dass er nicht nur Verbrechen als Krankheit, sondern primär Krankheit als Verbrechen ansieht.
Jeder Krieg hat seine Legenden. An dieser Strickt Miller mit den „Geistern“, die eine Serie von Pleiten, Pech und Pannen bei Pax auslösen und so mehr Schaden anrichten, als Pax jemals zugeben würde. Somit wird nicht nur die Legendenbildung aufs Korn genommen, sondern auch der passive Widerstand geschildert, den die „Geister“ ausüben. Auf diese Weise arbeitet Miller den skurrilen Grundton seiner Story noch deutlicher heraus und übersteigert ihn fast. Dennoch oder gerade deswegen verbreitet seine Story gute Laune und bereitet hohes Lesevergnügen. Hierzu zählen als Stilmittel auch die klug gesetzten Cliffhanger.
Als Martha Washington die Wahrheit über Pax und den Präsidenten erfährt, bricht für sie eine Welt zusammen. Dies ist der große Auftritt von Dave Gibbons, dem es gelingt, in wenigen Panels die komplette bandbreite an Emotionen in die Mimik der Titelheldin zu zeichnen. Konsequent richtet Miller den Charakter seiner Titelfigur neu aus. Aus einer tödlichen Kampfmaschine wird nun, auch wenn es paradox klingt, eine Kämpferin für den Frieden.
Insgesamt geht Miller einmal mehr da weiter, wo 1984 aufhört. In 1984 dient der ewige Krieg als Rechtfertigung und Drohkulisse der eigenen Herrschaft. Bei Martha Washington wird betont, dass dies nur auf eine vorübergehende Zeit ausgerichtet sein kann.
Die Frage des Krieges ist konsequenterweise nicht eine Frage nach Gut oder Böse, sondern nach Kompetenz und Inkompetenz oder auch Politik gegen Wissenschaft verbunden mit der Kritik an Politikern und Regierungen, die die Menschen in nicht immer günstige Bahnen leiten.
Genau dies unterstreicht die abschließende Story, in der Martha Washington eine Erde in einer Paralleldimension kennen lernt, die einem Paradies gleicht. Dort werden die Kräfte, das Wissen und die Ressourcen verantwortungsvoll gebündelt. Dabei gelingt es Miller, seine Story nicht durchweg mit erhobenem Zeigefinger zu erzählen, sondern mit einer erneut skurrilen Story, die jederzeit beste Comic-Unterhaltung bietet.
Bild
Bild
Benutzeravatar
Jameson
Messe-Gunter
Messe-Gunter
 
Beiträge: 846
Registriert: Do 12. Nov 2009, 17:10
Wohnort: Birstein

Martha Washington # 3

Beitragvon Jameson » Di 1. Mär 2011, 16:59

Allein der Titel zeigt, dass es im letzten Teil der Zusammenarbeit zwischen Frank Miller und Dave Gibbons, zweier Größen im Comic-Business, um alles geht.
Martha kehrt mit ihrer Besatzung auf die Erde zurück. Beim Eintritt in die Erdatmosphäre verursacht die allumfassende Software, Venus, aus Rache Chaos an Bord. Um Martha eine Lektion zu erteilen, muss folglich der Großteil der Besatzung sterben. Während eines Urlaubs wird Martha zu einer neuen Mission von Wasser gerufen. Sie folgt dem Ruf, obwohl sie verwundert ist.

Gleich zu Beginn des Abschlussbandes werden Protagonist und Antagonist zweifelsfrei defi-niert. Martha ist die einzige, die erkennt, dass Venus mittlerweile eine globale Gefahr darstellt. Miller ist kein Autor leiser Töne. Deutlich warnt er, sich nicht zu sehr der Technik hinzu und sich so in ihre Obhut zu begeben. Miller hat seine Kritik schon sehr früh angebracht. Heute ist dieses Thema eigentlich aktueller denn je.
Martha muss sich immer wieder im Kampf gegen die Maschine beweisen. Planung prallt da-bei ständig auf Improvisation. Als Leser verfolgt man natürlich das Geschehen aus der Sicht der Soldatin, so dass man sich fragt, was der geheimnisvolle Plan B von Venus ist.
Gibbons erweist sich einmal mehr als Meister seines Fachs. Seine Panels sind mal klein gehalten und beziehen sich dann sehr auf die Charaktere, dann wieder groß als Splash Page aufgezogen, um das All oder Raumschiffe zu zeigen. Gerade die sehr detaillierten Dar-stellungen der Raumschiffe lassen den Leser auf dem jeweiligen Panel verweilen, weil sie einfach Spaß machen. Darüber hinaus bestimmt Gibbons so das Erzähltempo der Story mit, dass für den Leser selten berechenbar ist. So führen Autor und Künstler den Leser sicher und gekonnt zum Showdown zwischen Venus und Martha.

Die Schlussstory ist fast 10 Jahre später entstanden. Gibbons und Miller hatten sich wegen anderweitiger Verpflichtungen eigentlich aus den Augen verloren. Dennoch war ihnen klar, dass sie noch einmal zu Martha Washington zurückkehren werden. Der Plot ist daher in einer apokalyptischen Welt ohne Ordnung sehr melancholisch gehalten. Er entmystifiziert das Leben und ist doch auch zugleich ein Appell für das Leben und den Frieden zugleich.

Der Band wird durch sehr schönes Zusatzmaterial abgerundet.
Bild
Bild
Benutzeravatar
Jameson
Messe-Gunter
Messe-Gunter
 
Beiträge: 846
Registriert: Do 12. Nov 2009, 17:10
Wohnort: Birstein


Zurück zu PFP - Sonstige Rezensionen/Diskussionen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron