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Stolz und Vorurteil und Zombies

Stolz und Vorurteil und Zombies

Beitragvon Jameson » Di 7. Sep 2010, 16:40

Stolz und Vorurteil und Zombies

In einer Zeit, in der drei Schwestern im heiratsfähigen Alter regelmäßig auf Leben und Tod gegen Zombies kämpfen müssen, setzt ihre Mutter weiterhin auf den gesellschaftlichen Erfolg. Ihr Vater hat sich dagegen dem Kampf gegen die Zombies verschrieben. Ungeachtet der Umstände findet ein Ball statt. Die Mutter erhofft sich, dass wenigstens eine ihrer Töchter dort einen Bräutigam findet. Es werden auch erste zarte Bande geknüpft, aber ein Überfall der Zombies verhindert Weiteres.
Da die älteste Schwester ein Auge auf einen Mann geworfen hat, sucht sie das benachbarte Anwesen erneut auf. Doch eine Erkältung fesselt sie ans Bett, so dass Elizabeth ihre Schwester sie besucht. Dieser Besuch und Elizabeth anfänglich gezeigte Ablehnung an Mr. Darcy löst eine Kette von Ereignissen und Missverständnissen aus.

Die Handlung von Stolz und Vorurteil dürfte nicht zuletzt aufgrund der gelungenen Verfilmung mit Gwenyth Paltrow weitgehend bekannt sein. Dennoch möchte ich nicht näher auf sie eingehen. Es gibt zu viele überraschende Wendungen, denen zu folgen, einfach nur Spaß macht. All diese Wendungen basieren im Grunde auf zwei Faktoren – Stolz und Vorurteil. In dieser Comic Adaption kommt jedoch noch der Faktor hinzu, der den Hauptstrang des Plots nicht unmittelbar beeinflusst, aber ihn auf originelle Art und Weise flankiert. So kommt es immer wieder zum Streit, den Lady Catherine entfacht, welche Ausbildung zu einer Kämpferin besser sei, die japanische oder die chinesische.
Die Zombies selbst werden, wie es sich für dieses Genre gehört, direkt eingeführt. Eine Erklärung, warum es Zombies gibt, wird nicht gegeben. Dies ist keine Kritik, sondern eine genreübliche Vorgehensweise, an die man sich als Leser solcher Comics wie auch als Betrachter von Zombie Filmen längst augenzwinkernd gewöhnt hat.
Elizabeth muss erkennen, dass Mr. Darcy nicht nur ein ebenso versierter Kämpfer wie sie ist, sondern ihr auch in Wortgefechten das Wasser reichen kann. Diese Wortgefechte sind für die Handlung im Kern weitaus wichtiger als die Kämpfe gegen Zombies, die als Stilmittel so gesetzt werden, dass sie Vorurteile eher aufbauen, weil die Protagonisten einfach keine Zeit haben, Vorurteile aus dem Weg zu räumen.
Besonders gut gelungen sind die Passagen, in denen die Wahrheit über ein Vorurteil herauskommt. Als Beispiel wären der Hintergrund von Mr. Wickham und sein wahres Verhältnis zu Mr. Darcy anzuführen.
Natürlich darf auch in der Comic Adaption das Happy End nicht fehlen, aber es ist nicht rührselig geschrieben, sondern so gestaltet, dass der Leser am Ende schmunzeln muss. Eben dieses Schmunzeln des Lesers dürfte auch der rote faden, denn die textlastige Story ist hiefür bestens geeignet.
Unterstützt wird der Plot durch die einfühlsamen schwarz-weiß Zeichnungen von Seth Grahame-Smith. Dabei wandelt er geschickt zwischen Dynamik in den Kampfszenen und eher ruhigen Strichen bei gesellschaftlichen Anlässen hin und her.
Wer Spaß an Zombies hat, hat auch Spaß an diesem Comic!
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Jameson
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Re: Stolz und Vorurteil und Zombies

Beitragvon breedstorm » Sa 25. Sep 2010, 16:48

Stolz und Vorurteil und Zombies

Jane Austens Literaturklassiker 'Stolz und Vorurteil' von Anfang des 19. Jahrhunderts wurde bislang mehrfach verfilmt, da die Geschichte eine zeitlose Eleganz hat, die auch heute noch vorallem für viele weibliche Wesen interessant ist.

Seth Grahame-Smith nahm sich der Geschichte an, und baute in die Geschichte über Liebe und Gesellschaft im viktorianischen England eine Zombie-Seuche ein. So absurd sich dieser Ansatz doch anhört, wurde das Buch doch zu einem riesigen Erfolg, und schaffte es sogar in die Bestellerlisten der New York Times. Im Oktober 2010 erscheint die deutsche Ausgabe bei Panini Books. Vorher kam schon die Taschenbuchausgabe bei Heyne heraus.

Im August 2010 kam die Comicadaption von Tony Lee auf den Markt, gezeichnet von Cliff Richards. Die amerikanische Ausgabe erschien bei Quirks Books

Handlung:

Das ländliche England, Anfang des 19. Jahrhunderts.
Elisabeth Bennet ist, ebenso wie ihre 4 Schwestern, unverheiratet. Ihre Mutter wünscht sich sehr, ihre Töchter endlich unter die Haube zu bekommen.
Doch erstens ist die Auswahl an standesgemäßen Kandidaten nicht eben groß, und zweitens haben die meisten ihrer Töchter weitaus andere Interessen. Seit das Land von einer Zombieseuche überrollt wird, müssen sich die Bewohner gegen die hirnverschlingenden Horden der Untoten wehren. Elisabeths Vater hatte folglich eine gute Idee, und schickte seinen Nachwuchs in ein Shaolinkloster in China, um sie in verschiedensten Kampftechniken zu schulen.
Und so liegt Elisabeth der Kampf ums Überleben deutlich mehr, als die Etikette bei verschieden Bällen einzuhalten. Sie ist eine Meisterin des Schwertkampfs, und kann gut mit der Muskete umgehen.

Als nun der reichen Junggeselle Mr. Bingley erscheint, beabsichtigt die Mutter von Elisabeth natürlich, eine Ehe mit einer ihrer Töchter zu arrangieren. Elisabeth selber hat wenig interesse, und auch an dessen Freund Mr. Darcy kann sie trotz ansprechender Optik nichts Gutes finden, ähnelt er doch einem eitlen Pfauen. Doch im Laufe der Geschichte lernt Elisabeth eine andere Seite des Herren kennen, und kommt ihm näher...

Seth Grahame-Smith hat die Grundsätze dieser Geschichte beibehalte, und die wesentlichen Elemente der Handlung (gesellschaftliche Zwänge, arrangierte Hochzeiten, romantisierte Vorstellungen vom Eheleben, weiblicher Stolz und erste Anzeichen von Emazipation, Kastendenken etc.) beibehalten. Selbstverständlich gibt es auch viele Kämpfe mit den Unaussrechlichen, den Zombies, jedoch beinflussen diese selten die Handlung. Die Bevölkerung hat sich mit der Seuche abgefunden, und kämpft im Alltag gegen die Untoten. Doch geschickt nutzt Grahame-Smith dies zur Untermalung der Leitmotive der Hauptcharaktäre, z.B. für Elisabeths Streben nach Unabhängigkeit. Wer also eine reine Horrorstory im viktorianischen Zeitalter vermutet, liegt falsch. Auch ist das Werk nicht mit anderen bekannten Zombiecomics wie z.B. "The Walking Dead" oder "Marvel Zombies" zu vergleichen; dazu ist "Stolz und Vorurteil und Zombies" zu nah am Original.

Cliff Richards macht als Zeichner hier einen guten Job. Seine realistischen schwarzweißzeichnungen unterstreichen die düstere, bisweilen bedrückende Atmosphäre. Auch die Verarbeitung im Klappbroschur von Panini ist gewohnt hochwertig.

Fazit: Jane Austen wäre im ersten Moment vermutlich irritiert, plötzlich untote Horden in ihrer Geschichte zu finden. Aber sie würde schnell feststellen, daß sich an ihrer Botschaft nichts geändert hat, und die die wandelten Toten 200 Jahre nach der Entstehung der Geschichte eine neue Zielgruppe für ihr Werk erobert haben.
Ich für meinen Teil warte jedenfalls schon auf "Verstand und Gefühl -und Zombies"!

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