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http://www.bereitsgesehen.deVom 30.11.2009 Iron Man 2/Thor: The Hurt Locker Tödliches Kommando-Hauptdarsteller Jeremy Renner steht zur Zeit im Gespräch, die Marvel Comic-Figur Hawkeye zu übernehmen. Ein Einzelfilm scheint nicht geplant zu sein, allerdings soll Hawkeye möglicherweise Kurzauftritte in Iron Man 2 (2010) und Thor (2011) haben, bevor er im Avengers – Die Rächer (2012) Zusammentreffen der Superhelden dabei ist.
Was ist eigentlich mit… Superman? Derzeit aktiv in der Mache oder fest geplant: Spider-Man 4, X-Men 4, Batman Begins 3, Iron Man 2, Ghost Rider 2, Lobo, Thor, Wolverine 2, Wanted 2, Deadpool, Nick Fury, Green Lantern, Captain America, sowie Reboots von Fantastic Four, Judge Dredd, Turtles und The Crow. Fragt sich, was ist mit dem bekanntesten Comic-Superhelden aller Zeiten, Superman?
Superman Returns kam 2006 in die Kinos und spielte 390 Millionen Dollar ein. Weniger als die Hälfte von Spider-Man, nur knapp mehr als Batman Begins. Während Batman sein Einspiel im zweiten Teil verdreifachen konnte und Spidey mit jedem Teil an die Milliarde heranreicht, blieb Superman still und leise zurück. Woran liegt es nun, dass in den drei Jahren seit dem letzten Film kein neuer entwickelt wurde?
Die Antwort findet sich in dreierlei Gründen wieder. Zunächst einmal hatte Warner Bros. schon während des Drehs von Superman Returns gewaltige Rückschläge zu verarbeiten, denn seit dem Lizenzerwerb im Jahr 1993 war ein Superman Kinofilm kontinuierlich in Produktion. Erstmals kuliminierte es 1996 in einer geplanten Produktion von Tim Burton (Charlie und die Schokoladenfabrik, Batman), der Superman mit Nicolas Cage in der Hauptrolle für einen Kinostart im Jahr 1998 entwickeln sollte. Aufgrund zahlreicher Komplikationen wurde daraus jedoch nichts, weswegen Burton das Projekt verließ und stattdessen Sleepy Hollow machte. 2003 gab es dann den nächsten festen Versuch, Wolfgang Peterson (Troja) sollte Batman vs. Superman angehen, doch auch das schlug fehl. Bevor Bryan Singer Superman Returns ins Kino bringen konnte, sollten noch McG (Terminator 4), George Miller (Mad Max) und Brett Ratner (Rush Hour 1-3) auf- und wieder abspringen. Rund fünfzehn verschiedene Drehbücher wurden finanziert und wieder verworfen, legendär: Kevin Smiths Entwurf Superman Lives (mit homosexuellen Robotern und Polarbären, Drehbuch-Kritik) und JJ Abrams (Star Trek 11) Entwurf Superman Flyby (Drehbuch-Kritik).
2006 markierte nun tatsächlich die Veröffentlichung nach schwerer Geburt, doch so richtig froh sein konnte man darüber nicht. Die gescheiterten Entwicklungen hatten bereits Millionen gekostet, weswegen man davon abhängig war, Superman Returns zum Blockbuster des Jahres zu machen. Er wurde es nicht und schaffte es nicht einmal, seine gewaltigen Kosten zu tilgen. Der Film war mit 210 Millionen Dollar Budget (+ rund 50 Millionen Dollar Vorproduktion) der bis dato teuerste Film aller Zeiten und konnte mit weiteren 60 Millionen Dollar für weltweite Werbekampagne nur geringfügig grüne Zahlen schreiben. In der Regel rechnet man, dass die Hälfte des weltweiten Einspiels an die Kinobetreiber geht (Werbekosten werden in der Regel vom späteren DVD-Release wieder aufgefangen). Der Film hätte somit mindestens 520 Millionen Dollar einspielen müssen um überhaupt grüne Zahlen zu erreichen – ein Disaster für Warner Bros. und DC.
Das Schlimmste war allerdings, dass der Film kein neues Interesse an der Figur geweckt hatte. Während X-Men, Batman Begins und Spider-Man Vorfreude auf Nachfolger weckten (was auch die Einspielergebnisse der jeweiligen Fortsetzungen zeigten), bewiesen Umfragen, dass kaum ein Zuschauer wissen wollte, wie die neue Geschichte nach Superman Returns weiter gehen würde. Man fand Superman-Darsteller Routh nett, Spacey als Luthor gut und die Hochglanzoptik des Films ansprechend, die Handlung mit kryptonischem Großgrundbesitz, Superboy und melancholischem Helden zu dröge. Für kurze Zeit versuchte Bryan Singer, einen zweiten Teil namens Superman: The Man of Steel mit Jude Law als General Zod durchzuboxen, doch als auch daraus nichts wurde, widmete er sich stattdessen dem Nazi-Thriller Walküre.
Ein drittes Problem ist die Tatsache, dass Comic-Verlag DC Comics schon seit geraumer Zeit mit dem Konglomerat Shuster & Siegel im Clinch liegt. Die Erben der Erfinder von Superman versuchen schon seit längerem, die Rechte an der berühmten Heldenfigur zurück zu bekommen, was jedoch in juristischen Problemen verstrickt ist. Derzeit sieht es so aus, dass DC Comics und Warner Bros. noch bis 2013 Superman besitzen, diese aber danach verlieren. Im Klartext würde das bedeuten, dass Warner Bros. theoretisch bis 2013 einen Kinofilm fertig stellen und daran verdienen könnte, es wäre aber eine Katastrophe, da sie vor allem bei großem Erfolg noch größere Probleme bekämen, die Rechte post-2013 für rentable Konditionen zurück zu bekommen*. Wenn, will man sich einen neuen, langjährigen Erfolgsgaranten aufbauen, so wie die Spider-Man Filme seit Jahren sicheres Geldverdienen im Hause Sony bedeutet. Die 2013 Problematik umfasst übrigens auch Warner Bros. TV-Serie Smallville, die man bis dahin eventuell beenden möchte.
*Jetzt könnte sich die Frage aufstellen, wieso Warner Bros. die Rechte nicht einfach direkt abgibt, wenn sie doch ohnehin nichts Rentables damit machen können: stellt sich die wirtschaftliche Gegenfrage, wieso man einem Konkurrenzstudio die Chance auf einen Blockbuster geben sollte, der den hauseigenen Filmen die Zuschauer wegnehmen könnte? Es ist jedem der großen Studios bewusst, dass ein Superman Film in den richtigen Händen a) ein gewaltiger Hit und b) ein gewaltiger Konkurrenz für die eigenen Filmprojekte sein könnte.
Fazit: Sollte es nach Dekaden von Streitereien irgendwann endlich zu einer Einigung zwischen DC Comics und Shuster/Siegel kommen, ist ein neuer Kinofilm möglich, anderenfalls wird wohl man bis zum Jahr 2013 warten müssen, bis letztere die zurück erlangten Rechte an ein anderes Studio vergeben. Die daraus resultierende Zwei-Jahres-Produktion würde einen neuen Kinofilm dann 2015 folgen lassen.
Trivia: Will Smith lehnte es ca. 2001 ab, Superman zu spielen, da er aufkommende Zweifel bezüglich seiner Hautfarbe aus dem Weg gehen wollte.