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In Z*ppa we trust

Moderatoren: >>Riz!, Led Sepp

In Z*ppa we trust

Beitragvon Jameson » Di 24. Nov 2009, 08:51

In Z*ppa we trust


Autoren Sebastian Müllerwerth & Jens Hansen
Künstler Boris >>Riz Mihajlovic

Handlung: Joe und Dude leben in der Zeit nach der musikalischen Evolution, d.h. Musik wird nur noch von Mogul-Enterprises produziert. Kreativität hat hierbei keinen Platz mehr.
Joe glaubt jedoch noch an die alte Musik, deren Existenz allein von Mogul-Enterprises heftig bestritten wird. Sein Freund Dude hält ihn nicht nur deswegen für vollkommen durchgeknallt.
Im Traum erhält Joe den Auftrag, der Welt die wahre Musik zurückzubringen und sie so zu retten. Joe schildert Dude seinen Traum und will ihm auch gleich etwas auf der Gitarre seines Vaters vorspielen. Der Versuch schlägt fehl, die Gitarre ist nur noch Schrott. Dies setzt die Ereignisse in gang. Joe und Dude beschaffen sich nach und nach die Dinge, die Joe in seinem Traum gesehen hat. Verfolgt werden sie dabei von Agenten Moguls, bei dem es noch so etwas wie eine „Besetzungscouch“ gibt. Nach einer kuriosen Verfolgungsjagd gelangen sie zur Deus ex Machina und finden dort den letzten Gegenstand, den sie noch suchen.
Mogul und die Agenten werden nun von ein paar Gitarrenakorden besiegt. Dude bekommt sein Mädchen und Joe rettet die Welt.

Fazit: Joe und Dude sind zwei typische Anti-Helden und agieren meist in der Tradition der typischen „Buddy-Filme“, d.h. ein Teil der Handlung wird von ihren unterschiedlichen Charakteren und den daraus resultierenden Spannungen getragen. So ist Dude der Realist und Joe der Träumer, dem es immer wieder gelingt, Dude mitzuziehen. Dass Dude sich auf die haarsträubenden Abenteuer einlässt, geschieht aus Freundschaft. Diesen Aspekt hätten die Autoren etwas schärfer herausarbeiten können. Wunderbar gelungen ist dem Kreativ-Team allerdings der hohe Identifikationsfaktor. Ich wette, jeder Leser erkennt sich oder auch einen Freund in Charakterzügen der beiden Anti-Helden wieder, die durch das Abenteuer stolpern und ähnlich wie Jake und Elwood wohl von höheren Mächten vor einem Schiffbruch oder Schlimmerem bewahrt werden.
Die Handlung selbst besteht aus einem gesunden Mix aus Comedy, einem Touch Fantasy und viel Situationskomik, wobei sich aberwitzige, skurrile Situationen mit Alltagssituationen abwechseln. Die Autoren bewegen sich dabei erstaunlich sicher in dem jeweils benötigten Genre, ohne sich dabei in den doch sehr unterschiedlichen Stilrichtungen zu verzetteln oder gar orientierungslos zu wirken, was definitiv zu einem grandiosen Scheitern dieses Projektes geführt hätte. Im Gegenteil: Genau dieser Stil-Mix ist ein weiterer Stützpfeiler der Handlung und spätestens nun sollten die Leser wissen, woher der Titel rührt. Auch der Namensgeber des Titels wollte sich nie auf eine Stilrichtung festlegen (lassen).
Mogul ist grundsätzlich ein perfekter Gegenspieler. Leider kommen er und seine Motivation etwas zu kurz. Ich hätte ihn gerne wie einen Dagobert Duck vor einem riesigen Geldspeicher o.ä. gesehen.
Die Autoren machen zu keinem Zeitpunkt einen Hehl daraus, dass sie sich von diversen Filmen haben inspirieren lassen. Die Blues Brothers Zitate sind im Anhang aufgeführt, Smith und Snyder sind eindeutig „Verwandte“ der Matrix-Agenten und auch Kevin Smiths Malrats hat Pate gestanden. Besonders gefreut haben mich darüber hinaus die Anspielungen auf „Still Crazy“, weil dies für mich neben Blues Brothers der Musikfilm schlechthin ist. Unübersehbar sind auch kleinere Anleihen aus Pulp Fiction und der Wahl des Six Pence Stück aus Indiana Jones – Der letzte Kreuzzug. Auch die rotleuchtenden Augen Moguls, ein Zeichen des Bösen in den Star Wars Filmen, darf auf dem Farb-Cover nicht fehlen.
Dudes Monolog auf dem Flohmarkt könnte in Wortwahl und Timing auch einem Kevin Smith Film entnommen sein, von dem sich die Autoren zweifellos haben wesentlich beeinflussen lassen.
Wesentlichen Anteil am durchweg positiven Eindruck des Comics hat Boris >>Riz Mihajlovic, dessen Artwork einfach nur als erstaunlich zu bezeichnen ist. Sämtliche Charaktere des Comics hat er perfekt und sensibel herausgearbeitet. Natürlich folgen die Charaktere im Aussehen wie auch in ihren Handlungen einem Klischee, das aber zu keinem Zeitpunkt überzeichnet wirkt. Seine Panels weisen durchweg eine hohe Dynamik auf, die das Lesevergnügen noch mehr steigern.
In Z*ppa we trust ist als Splash! Comic Edition in einem Soft- und einem Hardcover im Digest Format erschienen. Diesem Werk ist jeder Erfolg zu gönnen und sollte in keiner Comic-Sammlung fehlen. Und wer glaubt, dass die Handlung pure Fiktion ist, soll sich im Fernsehen nur die diversen Casting-Formate anschauen.
Uns Lesern wäre es zu gönnen, wenn dieses Comic fortgesetzt oder Spin-Offs daraus entwickelt werden würden. Dieser Comic ist mehr als nur ein Debüt, dieser Comic hat das Zeug zum Kult. Es wäre daher zu wünschen, dass sich ein Verlag findet, der diesen Comic noch einmal, vielleicht sogar in kolorierter Fassung, herausbringt. Ich würde es mir in jedem Fall dann noch einmal kaufen. Viele scheinen ähnlich zu denken, denn im T 3 Frankfurt waren die 5 Exemplare innerhalb weniger Stunden ausverkauft.
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Jameson
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